Info zu Fristen für Asylfolgeanträge insbesondere afghanische Antragsteller/innen (Diakonie Hessen)


Fristen / Deadline für Asylfolgeanträge

insbesondere von afghanischen Antragssteller/innen

Die Diakonie Hessen informiert über Fristen für Asylfolgeanträge:

Es gibt voraussichtlich Ende September eine wichtige „Deadline“ für Asylfolgeantragstellende. (Nein, nicht die Dreimonatsfrist für Menschen aus Afghanistan, dazu unten mehr.)

Corona-bedingt hat das BAMF vorübergehend zugelassen, dass Asylfolgeanträge schriftlich (also per Fax oder Post und nicht durch persönliche Vorsprache) beim BAMF gestellt werden. Diese Regelung soll voraussichtlich zum 30.9.2021 auslaufen, also Donnerstag dieser Woche. Folgeanträge, die ab dem 1.10.2021 gestellt werden, müssen voraussichtlich (in der Regel) wieder durch persönliche Vorsprache beim BAMF gestellt werden.

 Denn dann gilt – soweit wir heute wissen - wieder § 71 Abs. 2 AsylG:

 „Der Ausländer hat den Folgeantrag persönlich bei der Außenstelle des Bundesamtes zu stellen, die der Aufnahmeeinrichtung zugeordnet ist, in der er während des früheren Asylverfahrens zu wohnen verpflichtet war. (…). In den Fällen des § 14 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 [bei Personen in Haft, Krankenhaus, Jugendhilfeeinrichtung o.ä.] oder wenn der Ausländer nachweislich am persönlichen Erscheinen gehindert ist [ärztliches Attest ist nötig!], ist der Folgeantrag schriftlich zu stellen. Der Folgeantrag ist schriftlich bei der Zentrale des Bundesamtes zu stellen, wenn

1. die Außenstelle, die nach Satz 1 zuständig wäre, nicht mehr besteht,

2. der Ausländer während des früheren Asylverfahrens nicht verpflichtet war, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen.“

Die schriftliche Antragstellung kann beim BAMF in Nürnberg erfolgen (fax 0911 943 10 000) oder bei einer der Außenstellen, das ist beides möglich. Personen, die in Schutzwohnungen für Opfer von Menschenhandel leben, dürfen die Folgeanträge auch von dort schriftlich stellen, unabhängig von Corona, sagt die BAMF-Dienstanweisung.

 Personen, die definitiv einen Asylfolgeantrag stellen wollen und den Weg zur persönlichen Antragstellung nach Gießen, Trier oder wohin auch immer scheuen, sollten diese Anträge noch bis Donnerstagabend per Fax beim BAMF stellen.

 Bei der persönlichen Antragstellung muss sofort eine schriftliche Begründung abgeliefert werden. Idealerweise hat man sie vorbereitet dabei, ansonsten gibt es einen Fragebogen, der ausgefüllt werden muss. Persönliche Folgeantragstellung bedeutet aber nicht Wohnpflicht in der Erstaufnahmeeinrichtung. (Die gilt nur für Personen, die zwischen Erst- und Folgeantrag Deutschland verlassen haben.)

 Die jeweils aktuellen Hinweise auf Sonderregelungen aufgrund der Pandemie hat das BAMF für den Asylbereich (und zu weiteren Themen) hier https://www.bamf.de/DE/Startseite/_documents/corona-behoerde.html  und für den Migrationsbereich hier https://www.bamf.de/DE/Startseite/_documents/corona-integration.html zusammengestellt.

Zu Afghanistan: In diversen aktuellen Arbeitshilfen heißt es, die Dreimonatsfrist für Asylfolgeanträge afghanischer Staatsangehöriger, die sich auf veränderte Umstände durch die Machtübernahme der Taliban berufen wollen, laufe am 15.11.2021 aus.

Es gibt allerdings einiges, was dagegen spricht, dass das so ist. Das BAMF legt sich derzeit noch nicht öffentlich fest, ob sie von dieser Frist ausgehen werden, also ob sie später gestellte Asylfolgeanträge (die nicht auf individuelle, später bekannt gewordene Umstände gestützt werden) als unzulässig ablehnen wollen, so dass ein Schutzstatus nur noch im Gerichtsverfahren möglich wäre.

Maria Bethke

Abteilung Flucht, Interkulturelle Arbeit, Migration
Referentin für Asylverfahrensberatung und Erstaufnahme

 

Diakonie Hessen
Ederstraße 12
D-60486 Frankfurt am Main

 

Letzte Änderung:
2021-09-28 14:26
Verfasser:
Christina Meyer
Revision:
1.0
Durchschnittliche Bewertung:0 (0 Abstimmungen)

Kommentieren nicht möglich

Chuck Norris has counted to infinity. Twice.

FAQs in dieser Kategorie

Tags

Wichtige FAQs