Ortsgruppe Brombachtal


 

Helferkreis für Flüchtlinge in Brombachtal

Der Helferkreis für Flüchtlinge Bromabachtal bietet Unterstützung bei allen Fragen, die Geflüchtete und ihre Helfer haben.

Wer Kontakt zum Helferkreis aufnehmen möchte, kann sich gerne an Dr. Christina Meyer (0171 1576873 und meyer.brombachtal@t-online.de) oder an Elfi Vierhaus (06063 3994) wenden.

Hier zwei Artikel über die Arbeit des Brombachtaler Helferkreises:

Echo Artikel vom 17.10. 2017 Erfolgsgeschichte

Flüchtlingshilfe als „Brombachtaler Erfolgsgeschichte“

Von Sabine Richter

Geflüchtete Afghanen haben das Sprachzertifikat B1 erhalten. Das Bild zeigt von links: Yvonne Niebsch, Sajad Mansouri, Sayedullah Ahmadi und Marketta Suppes. Foto: Jörg Friedrich/Helferkreis ( Foto: Jörg Friedrich/Helferkreis)

BROMBACHTAL - Vor 15 Monaten waren sie noch Flüchtlinge, die das Schicksal zufällig nach Brombachtal geführt hat, einem Ort, von dem sie zuvor wohl nie gehört hatten. Jetzt haben sich die acht Männer aus Afghanistan in der Gemeinde eingelebt und sind dort heimisch geworden.

„Viele werden sich noch an die Männer erinnern, die in die liebevoll eingerichtete Wohnung in der Jahnstraße einzogen und kaum ein Wort Deutsch sprachen“, sagt Dr. Christina Meyer vom freiwilligen Helferkreis in Brombachtal. Weil die erste Begegnung mit dem Helferkreis positiv verlief, erklärten sich die Odenwälder sofort bereit, die Männer zu unterstützen.

Von Anfang an lag der Schwerpunkt der Arbeit darauf, die deutsche Sprache zu lehren. Hierbei engagierten sich alle Helfer mit ehrenamtlichem Unterricht. Bald kam auch Unterstützung vom Helferkreis in Bad König, der die Brombachtaler Flüchtlinge zum Sprachunterricht einlud. Vom Landkreis gab es dann „Deutsch4U-Kurse“ und so wurden die Deutschkenntnisse immer besser, erklärt Meyer.

INTEGRATION

Auch der Staat leistet Integrationshilfe. Der Brombachtaler Helferkreis kritisiert aber, dass die erst dann wirksam werde, wenn die Flüchtlinge anerkannt worden sind. Dies dauere in der Praxis allerdings oft mehrere Jahre, in denen die Flüchtlinge oft in Massenunterkünften ohne Sprach- und Landeskenntnisse herumsitzen und keine Perspektive haben. Daher funktioniere Integration besser, wenn Bürger sich um die Zugewanderten kümmern, erklärt der Helferkreis. (ric)

Die drei besten Schüler bekamen dann die Möglichkeit, als Gasthörer in den Odenwälder Jugendwerkstätten in Erbach am Integrationskurs teilzunehmen. Fortan fuhren drei der jungen Männer täglich nach Erbach und lernten nachmittags mit den ehrenamtlichen Helfern. Im August legten alle Drei ihre Sprachprüfung B1 ab und bestanden. „Dies ist eine unglaubliche Leistung von den Schülern, zumal sie nach dem Einstieg in den Kurs vier Monate gegenüber den anderen Schülern aufzuholen hatten. Der engagierte Einsatz der Lehrerin Marketta Suppes und der Leiterin der JWO, Yvonne Niebsch, machte diesen Erfolg möglich“, lobt der Helferkreis in seiner Pressemitteilung. Yvonne Niebsch habe mit dieser Hilfe einen unbürokratischen Weg angeboten, der den drei jungen Männern nun den Weg in die Berufswelt ebne. „Ihr habt hier eine Chance bekommen, und ihr habt sie genutzt“, sagte Niebsch dann auch bei der feierlichen Überreichung der B1-Zeugnisse.

Alle drei Absolventen haben im September nun ihr Vorbereitungsjahr (EQ) für eine Ausbildung begonnen, das dann in eine Ausbildung übergehen kann, und sind nun auf dem besten Wege, einen Beruf in Deutschland zu erlernen, erläutert Christina Meyer.

Aber auch die anderen Flüchtlinge in der Kirchbrombacher Jahnstraße haben mit Hilfe der ehrenamtlichen Helfer Praktika und Arbeitsplätze gesucht. Bei Dreien führte dies zu Arbeitsverträgen und einem regelmäßigen Arbeitsalltag. Für die zwei Jüngsten konnten Plätze in den „Intea-Kursen“ erkämpft werden, einem Angebot an den Beruflichen Schulen im Odenwaldkreis (BSO), das Jugendlichen ohne Deutschkenntnisse hilft, im Schulsystem Deutsch zu erlernen. „So gehen diese beiden nun zur Schule und haben dort auch die Möglichkeit, einen deutschen Schulabschluss zu erlangen“, erklärt Christina Meyer.

Die Helferin spricht von einer „Brombachtaler Erfolgsgeschichte“: Nach über einem Jahr in der Gemeinde konnte für alle acht Männer entweder eine Ausbildung, ein Schulplatz oder ein Arbeitsplatz gefunden werden. Dies ist eine unglaubliche Leistung, die nur mit viel Einsatz der Helfer möglich war, die sich immer wieder mit Behörden auseinandergesetzt, beim Lernen geholfen und in vielen ausweglosen Situationen Mut gemacht haben. Denn Integration bedeutet, dass viele Menschen aufeinander zugehen und den Fremden Deutschland zeigen. Auch ein freundlicher Gruß oder ein nettes Gespräch auf der Straße zeigte den Männern, dass sie hier willkommen sind.

Hinzu komme, dass viele Betriebe in Brombachtal und auch die Gemeindeverwaltung den Flüchtlingen die Möglichkeit für Praktika und Arbeitsplätze gegeben haben und ihnen halfen, die Arbeitswelt in Deutschland kennenzulernen. „So arbeitet einer der Männer seit einigen Monaten für das Bauunternehmen Fill, wo man sich sehr positiv über die Zusammenarbeit äußert“, sagt Christina Meyer. Auch die Möbeltischlerei Clormax beschäftigte einen Flüchtling als Praktikanten und setzte sich so für die Integration ein.

 

Echo Artikel vom 4.7.2016:

Neue Flüchtlinge angekommen

Kreis der Aktiven in Brombachtal wird für neu angekommene Afghanen wieder aktiv / Sprachkurse und Integrationshilfen

KIRCHBROMBACH.

Wieder zusammen gefunden hat sich der Helferkreis „Willkommen für Geflüchtete und Asylsuchende“ in Brombachtal. Bei einem Treffen im evangelischen Gemeindehaus Kirchbrombach galt es vor allem, Helfer für Deutschkurse zu gewinnen. Denn acht junge Männer aus Afghanistan haben vor kurzem dort ein neues Zuhause bezogen. Ins Leben gerufen wurde die örtliche Flüchtlingshilfe bereits im vergangenen Jahr vom evangelischem Pfarrer Helmut Klein, der zwischenzeitlich in den Ruhestand gewechselt ist. Damals erklärten sich rund 30 Bürger zur Hilfe für Menschen aus der Fluchtsituation bereit. Eine Familie aus Pakistan, deren Asylantrag inzwischen anerkannt wurde, lebt nun fest in Brombachtal. Zwei weitere Familien, denen damals geholfen wurde – eine aus Albanien und eine aus Serbien – wurden im April abgeschoben und von den Helfern verabschiedet. Seitdem pflegten die Flüchtlingshelfer vor allem den Kontakt zum Haus Kairos, denn im Frühjahr siedelte die Einrichtung für unbegleitete Minderjährige von Erbach nach Langenbrombach um. Dort leben in einer früheren Pension 20 Flüchtlinge. Kürzlich sind nun acht weitere Schutzsuchende aus Afghanistan in Kirchbrombach angekommen, was die Helfergruppe wieder vor die Herausforderung stellt, Integrations- und Sprachangebote zu machen. Wie Helferkreiskoordinatorin Christina Meyer erläuterte, sind sechs der acht Neubürger sehr jung, zwischen 18 und Anfang 20, daneben zwei Männer mittleren Alters. Ein Sprachunterricht mit allen gemeinsam gestalte sich deshalb schwierig, da die Hälfte der in einer Wohngemeinschaft lebenden Gruppe noch nie eine Schule besucht hat. „Alle sind super nett und sehr freundlich“, war sich Meyer mit dem evangelischem Pfarrer Christian Hamilton einig. Auch habe sich aus Brensbach eine Übersetzerin gefunden, die wesentliche Absprachen begleitet. Mit einigen der neuen Ortsbewohner könne man auch in englischer Sprache kommunizieren. Sportliche Betätigung werde gerne angenommen, so waren insbesondere die jungen Afghanen bereits bei der Sportabzeichenabnahme der TSG Bad König aktiv. Jetzt wollen die Helfer versuchen, mit der Jugend aus dem Haus Kairos vielleicht eine Fußballgruppe zu koordinieren. Rechtlicher Status noch nicht geklärt Ganz fremd im Odenwald sind die Neuankömmlinge nicht, sie haben alle vier bis acht Monate in der Notunterkunft Michelstadt gelebt. Im Anschluss wohnten sie eine kurze Zeit in Gießen, wo sie eine Zuweisung für den Odenwaldkreis bekamen. Zum rechtlichen Status konnte der Pfarrer nicht viel sagen, nur vermuten, dass noch alle acht auf ihre erste Anhörung warten. Wie gut sich die Flüchtlinge bereits integriert hätten, beweise die Aufbauhilfe beim Kindergartenfest und Gemeindefest, lobte Hamilton. „Das Wichtigste ist, den Kontakt zu suchen. Sie kennen ihre Bedürfnisse am besten und freuen sich über jeden Zuspruch.“ Acht Helfer für den Deutschunterricht haben sich gemeldet; sie sprechen ihre Unterrichtsinhalte miteinander ab. „Learning by doing“ sollte im Vordergrund stehen ebenso wie aktive Konversation. Grundsätzlich machte das Treffen der Helfer deutlich: Die Schutzsuchenden sind hier bestens aufgehoben und bekommen von vielen Menschen Unterstützung für eine neue Chance auf ihr Leben.

 

angehängte Dateien: Fragebogen an Helfer aus Brombachtal.doc

Letzte Änderung:
2020-05-28 18:34
Verfasser:
Markus Fabian
Revision:
1.11
Durchschnittliche Bewertung:0 (0 Abstimmungen)

Es ist möglich, diese FAQ zu kommentieren.

Chuck Norris has counted to infinity. Twice.

FAQs in dieser Kategorie

Tags

Wichtige FAQs